Blog

  • Tod auf dem Ätna

    Ein alter Mann wandert auf einen Berg in Sizilien. Er geht entschlossen und hat ein klares Ziel ins Auge gefasst. Doch von dieser Wanderung wird er nie wiederkehren. Der Berg, den er besteigt, ist der Ätna, heute der größte noch aktive Vulkan Europas. Als der Mann oben angekommen ist, stürzt er in den Krater.

    Dieser Mann war Empedokles. Er wurde etwa im Jahr 490 vor Christus geboren. Bei seinen Mitmenschen hatte er großes Ansehen und dafür gab es gute Gründe. Er half den Menschen als Arzt, beteiligte sich in der Politik, dichtete poetische Texte und war ein geachteter Philosoph. Aus verschiedenen vorherigen Systemen wählte er Gedanken aus, die ihn überzeugten, um sie zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen. Er war also ein sogenannter „Eklektizist“ („Auswähler“).

    Sein Ruf wurde so groß, dass er manchen seiner Mitmenschen als Wundertäter galt. Mit den Jahren begann sich sogar ein Gerücht auszubreiten, dass Empedokles nicht nur ein wohltätiger Mensch sei. Die Menschen begannen sich zu fragen, ob er nicht ein Gott oder Halbgott sein könnte.

    Als ehrenwerten Politiker und begabten Philosophen wird Empedokles seine Mitmenschen doch sicher beschwichtigt haben, dass auch er nur ein Mensch ist, wie sie selbst. Das könnte man annehmen, doch Empedokles war selbst von seiner eigenen Göttlichkeit überzeugt. Und zwar so sehr, dass er diese Ansicht am Ende seines Lebens für immer stützen wollte. Damit zukünftig niemand mehr an seiner Göttlichkeit zweifeln könne, wollte er jedes Anzeichen seines eigenen Todes auslöschen. So hoffte er, dass sich Legenden um sein unbegreifliches Verschwinden bilden würden. Wenn er von heute auf morgen nicht mehr anzufinden wäre, so würden die Menschen sich eigene Erklärungen schaffen und vielleicht davon sprechen, dass er entrückt wurde.

    Aus diesem Grund wandert Empedokles den Ätna hinauf. Er geht entschlossen zum Gipfel, stürzt sich in den Krater und findet so den Tod. Alle Überreste seines Körpers und seiner Kleidung werden durch das Lava vernichtet. Es scheint fast, als wäre sein Vorhaben geglückt. Doch nachdem Empedokles gestorben war, spie der Vulkan seinen Schuh wieder aus und vereitelt so den Plan dieses Mannes, der für einen Gott gehalten werden wollte.


    Zugegeben, es handelt sich um eine antike Legende, die vermutlich nicht wahr ist. Aber als ich davon in „Kleine Weltgeschichte der Philosophie“ von Hans Joachim Störig gelesen habe, kam mir eine Idee. Ich dachte mir, dass es Spaß machen könnte, diese Geschichte nachzuerzählen. Dazu wollte ich versuchen, den Stil von Maximilian Doeckel und Jonathan Focke in ihrem Podcast „Zwischen Fortschritt und Frevel“ zu imitieren, den ich sehr gerne höre und empfehlen kann.

    • Zwischen Fortschritt und Frevel (Spotify Podcast)

      Im Laufe der Geschichte haben Menschen im Namen der Wissenschaft fürchterliche Dinge getan. Skrupellose Experimente, bei denen die unfreiwilligen Opfer verstört, fürs Leben gezeichnet oder sogar tot waren. Manchmal haben Wissenschaftler betrogen, um endlich die ersehnte Anerkennung zu bekommen. Und manchmal haben hochgelobte Wissenschaftler schmutzige Geheimnisse. Kommt mit Jonathan Focke und Maximilian Doeckel auf die dunkle Seite der Wissenschaft und helft mit, die alles entscheidende Frage zu beantworten: Wie weit darf Wissenschaft eigentlich gehen?

    Diese Blogroll als OPML-Datei herunterladen oder öffnen.

  • TIL: Mit Füller und Papier Tagebuch schreiben ballert anders mit Mittelalter-Musik im Hintergrund. Die Soundtracks der Spiele Stronghold 2 und Knights of Honor 2 kann ich empfehlen.

  • 9/11

    Die meisten Menschen wissen, was sie getan haben, als die beiden Flugzeuge in die Türme geflogen sind. Ich nicht. Obwohl ich theoretisch alt genug war, um Erinnerungen daran haben zu können, habe ich diese Katastrophe als Ereignis der Geschichte und nicht als Eilmeldung kennengelernt.

    Einige der Folgen sind mir sehr präsent. In den Jahren danach begannen die Nachrichten im Radio oft mit „Krieg im Irak“. Der Abhörskandal der NSA hat mich als Jugendlichen viel beschäftigt. Die Verbindungen zu den Anschlägen vom 9. September waren für mich nicht immer einleuchtend. Das meiste wird mir erst nach und nach klar.

    Seit ein paar Jahren schaue ich gerne die Vlogs von Casey Neistat. Dadurch kommt mir New York ein kleines bisschen näher. Casey Neistat war am 11. September 2001 in New York. Er verarbeitet die Erinnerung daran in seinem Video „Scariest Day of My Life“ (YouTube).

    Manchmal macht es mir Angst, wozu Menschen fähig sind.


    Gott, ich bitte dich, dass ich so ein Ereignis nie erleben muss. Ich weiß nicht, ob ich damit fertig werden könnte. Erlöse uns von dem Bösen und schaffe einen gerechten Frieden auf dieser Erde. Amen.

  • über 40 Prozent zu viel

    Rückblickend betrachtet, erscheint mir das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt nicht überraschend zu sein. Über 40 % der Stimmen für die AfD, das ist derart unfassbar, damit muss man erstmal irgendwie klarkommen.

    Das muss auch Friedrich Merz. Wie das gelingt, dazu steht im Couchblog ein guter Kommentar: „Er kann es nicht.“ Bei der Taz ist der Kommentar zu Merz mit „Er kann nicht anders“ überschrieben. Seine Kommunikation will er verbessern. Wäre schön, wenn das gelingt. Viel Hoffnung habe ich nicht. Insbesondere, wenn er direkt nach der Wahl, die Linke mit der AfD in einen Topf wirft. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie er als Bundeskanzler derart fahrlässig kommuniziert.

    Satire kann helfen. Der Postillon liefert zuverlässig (Danke für den Hinweis, Stefan). „Peinliche Panne: Merz halbiert versehentlich falsche Partei.“ „FDP Sachsen-Anhalt bedankt sich persönlich bei ihrem Wähler.“ Und weitere Schlagzeilen kommentieren die Landtagswahl.

    Und ich denke, Dietrich Bonhoeffer ist ein wichtiges Vorbild für Christen in dieser Zeit.

  • Passivrauchen, Umgekehrte Zentauren und vielleicht auch etwas Konstruktives zu KI

    In diesem Post sammle ich ein paar Gedanken und Links über KI. Ich weiß auch nicht, warum ich diese Artikel lese und mir Gedanken zu KI mache. Eigentlich könnte KI mich doch einfach in Ruhe lassen. Tut es leider nicht.

    Sehr stark finde ich die Feststellung: „KI-Slop im Privatleben ist Passivrauch fürs Gehirn.“ Sebastian Moitzheim fragt sich, weshalb sich Menschen in ihrer Freizeit, bei Hobbys oder bei Geschenken für Freunde, an KI-Chatbots wenden. Dabei geht der Spaß an der Beschäftigung verloren. Oder die Wertschätzung, die ein Geschenk ausmacht. Es ist peinlich, für solche Themen KI einzusetzen.

    Cory Doctorow befasst sich mit gesellschaftlichen Problemen von KI (nicht nur LLMs). Die Gefahr von KI besteht darin, dass sie Menschen zu umgekehrten Zentauren werden lassen kann. Cory Doctorow hat ein Buch darüber geschrieben und Vorträge dazu gehalten. Danke an Rolf mit dem Blog mit der Zitrone für den Hinweis.

    Die Idee ist schnell erklärt: Ein Zentaur ist ein Mensch, der durch eine Maschine unterstützt und fähiger gemacht wird. Ein umgekehrter Zentaur ist ein Mensch, der nur dafür da ist eine Maschine umherzutragen, damit die Maschine ihre Arbeit tun kann.

    Ich habe Schwierigkeiten damit, wenn jemand Output von LLMs einfach so weiter kopiert. Das geht nicht nur mir so. Und mir hilft es, wenn ich die Erklärungen anderer lesen kann, was sie daran stört. Andere nennen Menschen, die LLM-Output kopieren, scherzhaft abwertend als „meat proxies“. Daraus ergibt sich die Aufforderung: „Don’t be a meat proxy.“ Dieser Name ist inspiriert von Niklas Gruhn.

    Ein Freund von mir ist Software Entwickler und berichte mir kürzlich davon, wie frustrierend es ist, wenn Kollegen früher Feierabend machen (müssen), weil sie ihr Token Kontingent für den Tag aufgebraucht haben. Gleichzeitig erlebt er wie viel KI derzeit halluziniert, weshalb LLM-Ergebnisse vor Einsatz gut geprüft werden müssen. Aber wenn die Ergebnisse oft okay sind, dann verlernen Menschen die schwer zu erkennenden Fehler zu finden.

    „Automatisierungsblindheit“ ist die physische Unmöglichkeit, aufmerksam zu bleiben für Dinge, die nur selten auftreten. (Cory Doctorow, der umgekehrte Zentaur)

    Als Theologe interessieren mich Fragen, die in den metaphysischen Bereich hineinragen. Zum Beispiel, ob KI ein Bewusstsein entwickeln kann/wird. Ich halte das für unwahrscheinlich. Cal Newport sagte in seinem Podcast mal, an KI mit Bewusstsein muss man glauben. Und Cory Doctorow machte diese Vorstellung mit einem hervorragenden Vergleich lächerlich:

    Noch mehr Wörter und Grafikprozessoren auf ein Wort-Rate-Programm zu werfen wird kein Bewusstsein erzeugen. Das ist so, als würde man sagen: „nun, wir züchten diese Pferde, damit sie immer schneller laufen, also ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine unserer Stuten eine Lokomotive zur Welt bringt.“ Ein menschlicher Geist ist keine Wort-Rate-Maschine mit vielen zusätzlichen Wörtern.

    Etwas konstruktiver klingt Simon Sinek in einem kurzen Ausschnitt aus einem Gespräch bei YouTube „the truth about AI in the workplace“. Demnach gibt es Aufgaben, die ein LLM gut übernehmen kann. Er hält es für sinnvoll, von Menschen zu lernen, die sich mit LLM-KI auseinandersetzen, weil sie Spaß und Interesse daran haben. Von ihnen versucht er zu lernen, worin KI gut ist und worin nicht. Das versuche ich im Prinzip auch, merke bei mir jedoch eine gewisse Skepsis gegenüber Menschen, die begeistert von KI sind. Manchem begegne ich dabei bestimmt zu kritisch (und das tut mir leid).

    Bei der Bild Bearbeitung finde ich KI hilfreich. Nicht die Bild Generierung, sondern die farbliche Bearbeitung einer digitalen Fotografie. Denn die Bilder werden sowieso automatisch bearbeitet, damit sie als Dateien gespeichert werden. Da macht es aus meiner Sicht keinen großen Unterschied, ob dabei ein Algorithmus mit oder ohne KI zum Einsatz kommt. Für mich macht es auch keinen Unterschied, ob ein Algorithmus oder eine KI die Bilder nochmal anpasst, nachdem die Datei bereits gespeichert wurde.

    Außerdem lass ich mir von KI manchmal im Umgang mit Dateien helfen. Für den Vergleich zweier Excel-Tabellen war KI hilfreich. Bei diesem Anwendungsfall kommt mir das einfache Interface des Chatbots entgegen. Das nutze ich im Zweifel lieber, als mir bei diversen Programmen besondere Einzelfunktionen anzueignen. Oder beim Erstellen einer Word-Datei mit allen Sonntagen im nächsten Jahr, gruppiert nach Monaten und dabei Termine aus einer anderen Datei an die richtigen Stellen eingefügt. Das hat ein LLM-Chatbot gut genug hinbekommen und mir einiges an händischer Arbeit erspart.

    Ich würde sagen, damit werde ich nicht zum verkehrten Zentaur und verhalte mich nicht wie ein meat proxy. Oder siehst du das anders?

  • Markus 14: Betete Jesus vor seiner Verhaftung das Vaterunser?

    Das Gebet, das wir Vaterunser nennen, hat zwei Quellen in der Bibel: die Bergpredigt (in Matthäus 6) und Lukas 11. In beiden Stellen bringt Jesus dieses Gebet seinen Jüngern bei. In den anderen beiden Evangelien, Markus und Johannes, ist das Vaterunser nicht direkt überliefert. Aber können wir es indirekt vielleicht doch in Markus erkennen?

    Vor kurzem habe ich die Gethsemane-Situation im Markus-Evangelium gelesen (Markus 14,32-42): Kurz bevor Jesus verhaftet wird, bittet er seine Jünger, dass sie mit ihm wach bleiben und beten sollen. Er geht noch ein paar Schritte weiter, betet, schaut anschließend nach seinen Jüngern und stellt fest, dass sie eingeschlafen sind. Das ganze wiederholt sich, bis Jesus schließlich verhaftet wird.

    Dabei ist mir etwas aufgefallen: In Markus 14,32–42 sind erstaunliche Parallelen mit dem Vaterunser zu entdecken. Auf diese möchte ich in diesem Beitrag hinweisen.

    Das Gebet von Jesus

    Das Gebet von Jesus gibt Markus sehr kompakt wieder:

    »Abba, Vater«, sagte er, »alles ist dir möglich. Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.« (Markus 14,36 NGÜ)

    „Abba, Vater“ eröffnet das Gebet von Jesus. Das ist sehr dicht an „Unser Vater“. Aus dem Hebräischen könnte „Abba“ mit „mein Papa“ übersetzt werden. Es ist eine persönliche, vertraute Anrede, die eher unserem „Papa“ entspricht. Jesus spricht seinen Vater im Himmel an, in dem Bewusstsein, dass er ihm nahe ist. Jesus vertraut fest darauf, dass der Vater sich für ihn interessiert.

    Mit „alles ist dir möglich“ ehrt Jesus seinen Vater und dessen Möglichkeiten. Dies geschieht im Vaterunser schon bei der Anrede Gottes, die vollständig „Unser Vater im Himmel“ lautet. Ich verstehe diese Lokalisierung Gottes mit „im Himmel“ nicht zwingend als eine Ortsangabe. Vielmehr sehe ich darin ein Ausdruck des Vertrauens, dass Gott eine andere Perspektive auf die Welt hat als ich ich selbst. Gleichzeitig stehen ihm andere Möglichkeiten zur Verfügung.

    Direkt im Anschluss an die Anrede beten wir „geheiligt werde dein Name“. Wir bekennen mit dieser Aussage, dass Gott alle Ehre verdient. Er ist heilig und er verdient Lob. Auch das steckt in dem Gebet von Jesus „alles ist dir möglich“. Gott ist unbegrenzt und wird durch nichts und niemanden eingeschränkt. Jesus vertraut fest darauf, dass dem Vater alles möglich ist und bei nichts, was mit ihm geschehen wird, ist der Vater handlungsunfähig geworden.

    „Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen!“ Was in den nächsten Stunden auf Jesus zu kommt, ist eine Tortur. Dass er es als „bitteren Kelch“ bezeichnet, ist fast schon eine Untertreibung. Mit dem Vaterunser lehrte er uns, für unser tägliches Brot zu beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Wir beten um Versorgung und Bewahrung für uns selbst. (Nebenbei: Brot und Kelch sind die beiden Elemente, die uns im Abendmahl begegnen, das Jesus uns in Erinnerung an seine Taten aufgetragen hat.) Jesus vertraut fest darauf, dass der Vater ihn bewahren kann (und es tun wird, sofern es das Beste ist).

    „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“, betet Jesus vor seiner Verhaftung. „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“, bringt er uns als Gebet bei. Jesus weiß in dem Garten, was Gott will, es war immerhin sein eigener Plan. Und obwohl es ihm lieber wäre, diesen bitteren Kelch nicht trinken zu müssen, ist ihm die Loyalität zu Gott und die Unterordnung unter den Willen des Vaters noch wichtiger. Jesus vertraut fest darauf, dass der Wille des Vaters besser ist, als sein Wunsch, von dem bitteren Kelch bewahrt zu werden.

    Andere Aspekte des Vaterunsers

    Das Gebet von Jesus ist sehr konkret in Bezug auf seine aktuelle Situation gesprochen. Daher leuchtet es ein, dass er in der „ich“-Sprache betet. Das Vaterunser ist dagegen in der Mehrzahl formuliert. Doch wir können auch den „uns“-Aspekt in Markus 14,32–42 erkennen, denn Jesus bittet seine Jünger, dass sie mit ihm wachen und beten sollen und auch für sich beten.

    Das Gebet, zu dem Jesus die Jünger hier im Garten auffordert, verbindet er mit einem ganz besonderen Zweck, der auch im Vaterunser auftaucht. Dort mit den Worten „Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Hier:

    Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach. (Markus 14,38 NGÜ)

    Doch die Jünger schlafen anstatt zu wachen und zu beten. Was im Markus-Evangelium als nächstes geschieht zeigt: Das Böse begegnet ihnen, die Jünger geraten in Versuchung und sie sind der Versuchung nicht gewachsen. Sie alle verlassen Jesus. Petrus wird mehrfach heftig bestreiten, dass er Jesus überhaupt gekannt hat.

    „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Jesus war frei von Schuld, doch jeder andere wird schuldig. Wie wir oben gesehen haben, hatten seine Jünger diese Bitte um Vergebung ihrer Schuld nötig. Das hat sich bis heute nicht geändert. Wir – seine Jünger – haben dieses Gebet notwendig. Und wir können gewiss sein, dass er uns unsere Schuld vergibt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

    Sowas wie ein Fazit

    Mir ist bewusst, dass dieser Artikel keine gründliche Exegese darstellt. Trotzdem, ich würde diese Bibelverse mit Bleistift demütig als „Das Vaterunser des Markus-Evangeliums“ überschreiben.

    Wenn daran etwas dran sein sollte, haben bestimmt schon andere Menschen in den letzten 2000 Jahren darüber geschrieben. Ein Artikel im Logos-Blog „Word by Word“ trägt die Überschrift „Did Jesus Pray the Lord’s Prayer for Himself or for Us?“ Den Artikel werde ich mir demnächst mal anschauen.

    Mich berührt es, dass Jesus „das Vaterunser“ vor seiner Verhaftung betete. In einer Situation voller Angst und Trauer greift Jesus auf die Grundlage zurück, die er seinen Freunden beigebracht hat.

    Was bedeutet dir das Vaterunser? Betest du es regelmäßig, gelegentlich oder gar nicht? Macht es etwas mit dir, dass Jesus in größter Anspannung ein Gebet betete, dass dem Vaterunser so ähnlich ist? Ich würde mich freuen, wenn du deine Gedanken in einem Kommentar hinterlässt.

  • Bitte um Hinweise: Wie schrieb Hans Joachim Störig seine Bücher?

    Die „Kleine Weltgeschichte der Philosophie“ von Hans Joachim Störig steht schon einige Wochen auf meinem Schreibtisch und jetzt endlich ist es an der Zeit, mit dem Lesen zu beginnen. Darauf habe ich mich schon gefreut. Über 800 Seiten Philosophie Crashkurs, von der Weisheit des Ostens, über die Philosophie der Antike und des Mittelalters bis in die Gedanken des letzten Jahrhunderts.

    Das Buch „Kleine Weltgeschichte der Philosophie“ wird mit einer Hand vor einem Bücherregal gehalten.

    Die erste Auflage erschien schon 1950. Störig schrieb dieses Buch in einer Zeit vor Computern. Da ich dieses Jahr mehr analog arbeiten möchte, würde es mich interessieren, wie er gearbeitet hat. Wie hat er recherchiert? Hat er einen Zettelkasten wie Niklas Luhmann und viele andere Forscher verwendet? Haufenweise Notizbücher angelegt oder alles mit der Schreibmaschine getippt?

    Seine Autobiografie „Splitter“ könnte dem Inhaltsverzeichnis nach Abschnitte über seine Arbeit enthalten. Leider konnte ich seine „Umrisse einer Biografie“ in keinem Buch-Shop finden, weder gebraucht noch neu. Und eine kurze Online Suche war ebenfalls ergebnislos.

    Insofern habe ich eine Bitte, die ich nun in das Internet hineinschreibe: Gibt es einen Artikel, einen Bericht oder ein Kapitel über die Arbeitsweise von Hans Joachim Störig? Kennst du vielleicht sogar seine Biografie und kannst mir sagen, ob er etwas über seine Arbeit darin geschrieben hat?

  • „Das verwunschene Kind“ hinterfragt mich als Papa

    Rund zehn Jahre nach Uraufführung fand ich „Harry Potter und das verwunschene Kind“ in einem öffentlichen Bücherregal zu verschenken. Und ich bin überrascht, wie leicht sich dieses Theaterstück als Buch lesen ließ.

    Ein kurzer Dialog zwischen Harry und einem Porträt von Dumbledore über Harrys Sohn Albus, offenbart einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden:

    Harry: Ich habe Sie nie gefragt, was Sie davon hielten, dass ich ihn nach Ihnen benannt habe, oder?

    Dumbledore: Offen gesagt schien es mir eine große Last für den armen Jungen zu sein, Harry.

    Harry versucht auch noch Jahre nach Dumbledores Tod, Anerkennung von ihm zu erhalten. Sogar durch den Namen, den er seinem Sohn gibt.

    Dumbledore dagegen kann sich in die Lage von Albus Potter hineinversetzen. Nicht nur, dass der Sohn von Harry Potter sein Leben lang über seinen Vater definiert sein wird, er heißt auch noch genauso, wie einer der mächtigsten Zauberer, der jüngeren Geschichte.

    Harry trifft als Papa Entscheidungen für seine Kinder, mit der Motivation, dafür Anerkennung zu bekommen. Das hat mich persönlich ins Nachdenken gebracht: Was mache ich als Papa hauptsächlich aus der Motivation heraus, dass ich von jemandem Anerkennung bekomme?

    Ich wünsche mir, dass meine Erziehung von der Liebe zu Gott und meinen Kindern bestimmt ist. Das ist ein Ziel, das ich nie erreichen werde. Darum empfinde ich solche Fragen als hilfreich, um meine Erziehung zu hinterfragen. (Nicht, dass ich eine klare Antwort darauf hätte…)

    Insgesamt hat mich die Geschichte nach einem holprigen ersten Viertel mehr in den Bann gezogen, als ich es erwartet hätte. Manche Feinheiten in den Dialogen sind mir beim Lesen deutlicher aufgefallen, als bei unserem Theaterbesuch vor ein paar Jahren.

  • Ein Gespräch über KI zur richtigen Zeit

    Heute Vormittag hat mich ein Gespräch mit zwei meiner lieben Kollegen und ihre, aus meiner Sicht, zu optimistische Einstellung zu KI und den Möglichkeiten von LLMs beschäftigt. Da rief mich unerwartet eine weitere Kollegin an, um sich mit mir über KI zu unterhalten, weil sie eine Ethik-Hausarbeit darüber schreiben muss. Das zweite Gespräch tat mir gut, weil ich meine Gedanken verarbeiten konnte, und es kam gerade rechtzeitig, bevor ich mit einem anderen Thema begonnen hätte. Über einen solchen Start in den Studien-Arbeitstag bin ich Gott wirklich dankbar.

    Vergangenes Jahr habe ich über ethische Leitlinien für KI aus christlicher Sicht gepredigt.

  • Hochzeit mit Pizza 🍕❤️

    Gestern habe ich bei einer Hochzeit mit gefeiert. Dort gab es frische Pizza aus einem Pizza Truck. Gab zwar etwas Wartezeit, aber die hat sich gelohnt.