Veggiewurst und andere Ersatzprodukte

Ich habe letzte Woche einen interessanten Kurzbeitrag in der ARD Mediathek gefunden. Es ging um Wurst- und Fleischimitate. Da wollte ich ja sowieso mal was drüber schreiben :).

In dem Beitrag geht es um den „Mythos“, dass vegetarische Ersatzprodukte (VeggieCurrywurst, Veggiesalami, Veggieschnitzel, Veggiehackfleisch etc.) gesünder seien als das Original. Und es wird dann nachgewiesen, dass die Veggieerzeugnisse meist einiges ungesünder sind. Sie enthalten mehr Fett, Salz, Zucker und natürlich Geschmacksverstärker.

Ganz ehrlich? Das überrascht mich nicht wirklich. Wo soll denn der Fleisch-a-like Geschmack auch herkommen, wenn er nicht künstlich hergestellt wurde? Eiweißerzeugnis und Soja (als Basis der meisten Produkte) schmecken ja pur nicht wirklich nach was. Und Fett ist nun mal ein wunderbarer Geschmacktsträger :).

Ich bin aber tatsächlich danach auch zum Kühlschrank gegangen und hab mal auf die Zutatenliste meiner Veggiewurst geschaut. Und ich fand die Werte eigentlich ganz in Ordnung. Ja, es ist Fett und Salz drin. Etwas mehr als in vergleichbarer, normaler Wurst. Aber wenn ich das von den angegebenen 100g runter rechne auf die ein bis zwei Scheiben, die ich pro Tag esse, sind das alles ganz geringe minimale Werte, die meiner Meinung nach völlig in Ordnung ist.

Also: Bitte nicht erwarten, dass Veggiewurst gesund ist. Ist sie nicht. Normale Wurst aber auch nicht.

Ich werde weiterhin immer mal wieder Veggiewurst essen. Meinen Burgerbelag mache ich aber lieber selber. Dann kann ich dann selber bestimmen, was da rein kommt. Und es schmeckt auch viiiieeel besser als gekauft :)!

Warum ich Vegetarier geworden bin (2) und was das mit dir zu tun hat

Zu der Gleichung: weniger Fleischkonsum = mehr Getreide = sattere Menschen habe ich hier schon was geschrieben.

Ich möchte aber gerne noch ein paar mehr Hintergrundinfos anbieten und Möglichkeiten, weiter zu lesen, falls du jetzt beginnst, dich für das Thema zu interessieren (oder dich fragst, wo um alles in der Welt ich solche Infos herhabe :)). Und dich gerne auch ein bisschen aufrütteln, deine Lebensweise zu hinterfragen!

Ich finde es sehr erschreckend, wie verschwenderisch wir mit dem Platz und den Ressourcen umgehen, die wir haben. Und es hat mich echt getroffen, dass ich mir bisher noch niemals darüber Gedanken gemacht habe. Bei den meisten Menschen scheint das, ähnlich wie bei mir bisher, gar kein Thema zu sein.

Leider wirtschaften wir (damit meine ich Europa und die USA) nicht nur in unseren Ländern so verschwenderisch, sondern nutzen auch die Entwicklungsländer dazu. Das hat Folgen. Lokalen Bauern wird notwendiges Acker- und Weideland genommen, nur damit wir regelmäßig unser Steak auf den Grill legen können.

„Weltweit sind über eine Milliarde Menschen permanent schwer unterernährt und vom Hungertod bedroht. In vielen dieser Länder werden auf den landwirtschaftlichen Flächen große Mengen an pflanzlicher Nahrung angebaut und in die Industrieländer exportiert, um dort als Mastfutter für Schlachttiere Verwendung zu finden.“

Das heißt konkret, dass es Menschen gibt, die hungern müssen, weil das dort angebaute Getreide den Schweinen verfüttert wird, anstatt die dort lebenden Menschen satt zu machen. Das nenn ich mal ein Ungleichgewicht.

Wir produzieren mehr als genug Nahrungsmittel für alle Menschen auf unserem Planeten, doch wir verteilen sie ungerecht, indem wir sie verschwenden, das heißt vor allem, indem wir sie an Schlachttiere verfüttern […].“

Der Hunger aufgrund der ungerecht verteilten Nahrung ist nicht das einzige Problem. Ökologisch gesehen hat unser Fleischkonsum noch ganz andere Folgen.

Einige davon sind z.B. Entwaldung (und somit Zerstörung von Lebensräumen von Tieren und Pflanzen, was wiederum Auswirkungen auf unser gesamtes Ökosystem hat) und dadurch Landerosionen und Wüstenausbreitung. Zusätzlich trägt die Viehwirtschaft zum erhöhten CO2 Ausstoß und somit zur Klimaerwärmung bei.

Ziemlich interessant finde ich, dass jede der drei Internetseiten, auf denen ich hauptsächlich nachgelesen habe, zu einem anderen Schluss kommt:

www.vegetarisch-leben.de fragt sich, wie es sich unsere Menschheit angesichts all der Probleme überhaupt leisten kann, nicht vegetarisch zu leben und kommt zu dem Fazit: „Durch eine weltweite Förderung der fleischlosen Ernährung könnten zahlreiche ökonomische und ökologische Probleme, die die Welt heute belasten, schnell und unkompliziert gelöst werden“

www.vegetarier.eu findet, dass vegetarische Ernährung zwar in der Lage ist, Umweltschäden zu begrenzen, aber allein vegane Ernährung Abhilfe für all die Probleme schaffen kann.

www.vegetarier-werden.info benennt einen Haken in der Gleichung: weniger Fleischkonsum = weniger Welthunger, den ich hier schon benannt habe.

Ich glaube nicht, dass wir durch Verzicht auf Fleisch oder auch alle tierischen Produkte alle Probleme dieser Welt lösen können. Aber deshalb gar nichts zu tun, klingt für mich ziemlich doof und ziemlich faul.

Fleischverzicht ist zurzeit mein Thema, deshalb schreibe und rede ich darüber. Aber es gibt noch so viele andere Themen und Bereiche, in denen man sich ohne riesigen Aufwand engagieren und durch wenige Umstellungen in der Lebensweise schon Veränderungen im Leben von anderen Menschen oder im Erhalt unserer Erde bewirken kann.

Deshalb also jetzt mein Appell an dich ganz persönlich: Finde raus, was dir wichtig ist und schau mal nach was du tun kannst!

(und wenn dir so gar nix einfällt, fang einfach mal damit an) :)

Zu gut für die Tonne

Mir ist gestern eine interessante Website vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ins Auge gefallen.

Die Seite heißt Zu gut für die Tonne und beschreibt, wie viel Lebensmittel wir Deutschen jährlich wegwerfen, was die Gründe dafür sind und wie man das mit wenigen Einkaufstricks reduzieren kann.

Außerdem werden nützliche Hinweise zur Lagerung von schnell verderblichen Lebensmitteln, sowie viele Rezeptideen zur Resteverwertung angeboten. Auf der Startseite gibt’s zwei Wissenstests zum Thema Lebensmittelretten. Spaßig und gleichzeitig sehr informativ.

Schau doch mal rein :)

Warum ich Vegetarier geworden bin (1)

Es gibt viele Gründe, auf Fleisch zu verzichten. Hier ist mein Hauptgrund:

Meine Hauptannahme ist, dass durch rein vegetarische Landwirtschaft einerseits Geld gespart wird und andererseits größere Bevölkerungsgruppen ernährt werden können.

Kurz gesagt: Ich glaube, dass das, was ich esse, größere Auswirkungen hat als nur auf mich und meinen Körper.

Wir haben auf dieser Erde nicht unendlich viel Platz. Auch nicht für die Landwirtschaft.Um Fleisch zu bekommen, müssen Tiere gefüttert und getränkt werden. Dafür muss pflanzliche Nahrung angebaut werden, wie z.B. Getreide oder Soja. Doch anstatt dieses Getreide direkt den Menschen zu geben, wird es, damit wir Fleisch essen können, an die Tiere verfüttert. Weltweit gesehen, wird rund 40% der gesamten Getreideernte an Vieh verfüttert. Von der Getreidemenge, mit der man 100 Schlachtkühe ernährt, könnte man 2000 Menschen Nahrung bieten. Fleischproduktion ist (was die Erzeugung von Nahrungsmittel betrifft) die schlechteste Form der Bodennutzung. Um ein Rind ein Jahr lang zu mästen, benötigt man 0,5 ha Land. Nach einem Jahr erhält man von diesem Tier rund 300 kg eßbares Fleisch. Hätte man während dieses Jahres auf derselben Fläche Getreide oder Kartoffeln angepflanzt, hätte man (mit Bio-Anbau) mindestens 2000 kg Getreide bzw. 15 000 kg Kartoffeln ernten können. (weitere Infos hier)

Das bedeutet für mich im Umkehrschluss: Wenn ich Fleisch esse, trage ich dazu bei, dass irgendwo anders auf der Welt jemand weder Getreide noch Fleisch (also: nichts) zu essen bekommt.

Ja, ich weiß, es gibt Gegenargumentationen.

Der Haken in dieser Annahme ist der, dass sich die vegetarische Ernährungsweise nicht nur bei uns, sondern auch in den Entwicklungsländern (in denen der meiste Hunger herrscht) durchsetzten müsste. Dort wird aber mit steigendem Wohlstand auch ein steigender Fleischkonsum prognostiziert.

Und ich kenne auch das Argument, dass, wenn ich kein Fleisch esse, mehr Fleisch weggeschmissen wird, weil es ja schon produziert wurde. Dazu gibt es ein schönes Zitat:

Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern (aus Afrika).

Das gefällt mir und das ist es, worauf ich hoffe.

Ich habe nicht viel von Wirtschaft verstanden, aber was ich weiß ist, dass grundsätzlich das Angebot-Nachfrage-Prinzip regiert. Wenn wir also alle anfangen, weniger bzw. gar kein Fleisch zu essen, und somit die Nachfrage sinkt, muss die Wirtschaft irgendwann darauf reagieren und weniger produzieren, sodass mehr Getreideanbauflächen für Menschen, statt für Tiere genutzt werden können.

Ich hoffe darauf, dass sich jeder Mensch ein klein wenig seiner Verantwortung für unsere Erde und für uns als gesamte Menschheit bewusst wird, und aus diesem Grund eine Kleinigkeit an seinem Verhalten ändert. Und wenn das mal alle gemacht haben :) … fangen wir mit dem nächsten Schritt an.

Ist das naiv? Weiß nicht. Ich nenn das lieber hoffnungsvoll <3.

Wochenrückblick, der Erste

So. Jetzt ist das neue Jahr schon eine Woche alt und ich berichte nun von den qualvollen Erlebnissen der letzten 7 Tage. Ich nage praktisch am Hungertuch.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich habe genau 4 mal bemerkt, dass ich jetzt Vegetarier bin.

Das erste Mal als wir bei Freunden zuhause waren und irgendwie auf das Thema kamen. Wir haben Pizza bestellt (ich hatte eine seeeehr leckere Pizza mit Brokkoli *mjam*) und eine Freundin, die neben mir Pizza mit Bacon aß, hat mich bedauert, dass ich sowas jetzt nicht mehr essen kann.

Ich finde, bedauern muss man mich wirklich nicht. Ich mache das freiwillig. Und über Bacon steh ich drüber.

Da bin ich beim zweiten Punkt. Salami. Ich habe nie wirklich viel Fleisch gegessen, darum werde ich das vermutlich nicht sehr vermissen. Aber was mir jetzt schon fehlt, ist die Salami. Salami könnte ich immer essen. Morgens, mittags, abends, nachts und als Snack zwischendurch. Und als wir beim Einkaufen an der Salami vorbeigelaufen sind, konnte ich mir ein Aufseufzen nicht verkneifen.

Stattdessen habe ich mir dann vegetarische Wurst auf Ei-Basis gekauft. Die ist wirklich super. Ich schmecke da ehrlich gesagt auch keinen großen Unterschied zu normaler Wurst. Aber da gibt’s leider kein Salami-imitat. (Da ich mich dazu entschieden habe, hier keine Markennamen zu verwenden, setze ich an dieser Stelle keinen link zum Hersteller ein. Wenn es dich interessiert, google mal. Du wirst sicher schnell fündig :)).

Mir fällt gerade auf, ich könnte mal was über Fleisch- & Wurstimitate schreiben. Also vegetarische Würstchen, Chicken Nuggets, Frikadellen usw. Darüber hab ich schon so viele Meinungen gehört, von „Geht gar nicht!“ bis „wie cool ist das denn?!“. Ich setz das mal auf die TO DO Liste.

Das dritte Mal war, als ich vor einem sehr lecker aussehenden Salatbuffet stand und erstmal ganz genau checken musste, wo denn da überall Fleisch drin ist. Schichtsalat? Schade, war mit Hackfleisch. Nudelsalat? Fehlanzeige, da war Schinkenwurst drin. Aber zum Glück gab es leckere Alternativen ohne Fleisch. Ab jetzt brauche ich wohl immer einen Tick länger am Buffet als meine Mitmenschen, um abzuchecken was ich essen kann und was nicht. Aber das wird mir hoffentlich niemand übel nehmen :).

Das letzte Mal bemerkte ich mein Vegetarier-sein an meinem ersten Arbeitstag, als es wie gewohnt Mittagessen gab (wir Kollegen wechseln uns mit Kochen ab) und ich dann damit beschäftigt war, das Hackfleisch aus der Tomatensoße zu pulen, weil ich niemandem Bescheid gesagt hatte. Aber danach wussten es wenigstens alle.

Also ich halte fest: Vegetarisch sein gestaltet sich für mich bisher nicht als schwierig. Ich hoffe, das bleibt auch weiterhin so!

Zum Inhalt dieses Blogs

Ich habe nun eine eigene Internetseite, mit der ich anstellen kann, was ich will. So genau weiß ich das noch gar nicht. Ich werde mit einem Experiment anfangen. 2016 wird mein vegetarisches Jahr. Darüber möchte ich schreiben; meine Erfahrungen & Erlebnisse (die ich jetzt schon in Hülle und Fülle gesammelt habe. Es ist interessant, wie die Leute reagieren wenn man erzählt, dass man Vegetarier werden möchte), (meine) Gründe fürs Vegetarisch-leben, Rezept-Ideen usw.

Ich vermute, dass sich das irgendwann ausweiten wird. Es gibt so viel, was zurzeit in der Welt aber auch in meinem Leben los ist. Ich muss gestehen, dass ich von vielen Dingen wenig bis keine Ahnung habe. Evtl werde ich trotzdem darüber schreiben :).

Mögliche Themen, die mir zurzeit im Kopf rumschwirren, sind z.B. Pädagogik und Erziehung, Mein Glauben und Leben als Christ, Bildungs- und Familienpolitik, den Umgang mit Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, Koch- und Backrezepte, einfache und hübsche DIY-Ideen, eine Hochzeitsfeier vorbereiten usw.

Mal sehen, wie das so weitergeht.

Ich wünsche dir besinnliche und fröhliche Weihnachtstage! Lass dich nicht vom Stress bestimmen (wie wir alle – und ganz besonders ich – das viel zu oft machen), sondern genieß die freie Zeit und mach was Schönes draus!

PS: Ich wollte zu diesem Beitrag so gerne ein Bild einfügen. Aber ich wusste nicht, welches. Deshalb gibts jetzt leider noch keins. Ich habe mir aber fest vorgenommen, hier viele Bilder ein zu bauen. Weil ich selber viel lieber Blogs lese, in dem es immer mal wieder Bilder gibt :). Also hoffentlich beim nächsten Mal!

Hallo Welt!

So. Das wäre geschafft! Ich habe durchgehalten und keiner einzigen Person auf der Welt verraten, dass wir vorhatten, am 22. Dezember in Weinstadt zu heiraten. Und das drei Monate lang. Ich bin stolz auf mich :).

Und da ich nun offiziell eine Rosenbaum bin, starte ich hiermit diesen Blog.

Schön, dass du mit liest :).