Predigt Post-Mortem: „Ein gemeinsames Ziel“
11. Februar 2026
Am Sonntag habe ich über 1. Korinther 1,10 gepredigt. Der Text-Abschnitt und ein grober Leitgedanke waren durch unser aktuelles Bibelprojekt bereits vorgeschlagen.
Ich rufe euch, meine Brüder und Schwestern, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus dazu auf, dass ihr alle entschlossen zusammenhaltet und euch nicht auseinanderreißen lasst, sondern dass ihr zusammengefügt seid in derselben Überzeugung und demselben Ziel. (1. Korinther 1,10)
Ein internes Thema
An diesem Sonntag wurden Kinder aus drei Familien gesegnet – inklusive meiner Tochter. Dadurch waren mehr Gäste als gewöhnlich in unserem Gottesdienst. Für so einen Sonntag erschien mir das Thema der Predigt unangenehm intern. Wir reden über die Gemeinde. Als Gemeinde sollen wir in Streitfragen, die auch zu Spaltungen führen könnten, zusammenhalten. Eigentlich ist es mein Wunsch, Predigten zu schreiben, die relevant für Menschen sind, die nicht Teil unserer (oder überhaupt einer) Gemeinde sind. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir bei dieser Predigt gelungen ist.
Ohne konkrete Anwendung
Außerdem finde ich, der Predigt hat ein klares „so what“ gefehlt. Auf die Frage „Was mache ich nun konkret nach dieser Predigt?“ bin ich nicht eingegangen.
Einerseits hätte die Predigt mit einem weiteren Punkt vermutlich zu lange gedauert. Für mein Empfinden war die Länge schon in der vorhandenen Fassung ausgereizt (allerdings hat meine Einleitung auch zu lange gedauert).
Andererseits ist mir in der Vorbereitung keine einleuchtende Anwendung eingefallen, die für unsere Gemeinde passend gewesen wäre. Mir war es daher lieber, keine Anwendung zu benennen, anstatt irgendeine Anwendung daher zu stammeln, bei der ich in der Predigt schon erwarte, dass sie niemand ernstnehmen wird.
Unser Leiter für die Gottesdienste hatte mir im Anschluss an den Gottesdienst zurückgemeldet, dass diese Anwendung aus seiner Sicht nicht gefehlt hat. Unserem Empfinden nach ist dieses Thema (Streit, der zu Spaltungen führen könnte) in unserer Gemeinde keine akute Herausforderung. Und ich weiß auch von unserem Pastor Sven Godau, dass aus seiner Sicht nicht jede Predigt eine Anwendung notwendig hat.
Aber während meiner Vorbereitung habe ich eine Anwendung vermisst. Im Gottesdienst selbst fehlte mir die Anwendung weniger stark, vielleicht weil wir im Anschluss ein Abendmahl feierten.
Übersetzung des Bibelverses
Dafür mochte ich die „Übersetzung“ oder Übertragung des Bibelverses, die ich für die Predigt angefertigt habe. Dabei habe ich mich vom griechischen Urtext leiten lassen, Wörterbücher in Logos nachgeschlagen und mich von kommunikativen Bibel-Übersetzungen (wie der NGÜ und der GNB) inspirieren lassen.
Ich finde, dass ich den Vers für die Predigt und meine Gemeinde passend in Worte fassen konnte. Letztlich war der Vers strukturgebend für die zweite Hälfte der Predigt. Bei der Predigt ist diese Struktur leider nicht immer ganz eindeutig erkennbar gewesen. Auf eine klarere Kommunikation meiner Struktur möchte ich bei der nächsten Predigt am 8. März mehr achten.